Die steuerlichen Verpflichtungen als Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber

Vielleicht hast Du schon vor einiger Zeit einen Kanal auf YouTube oder Instagram eingerichtet oder einen Podcast etabliert und quasi als Hobby über Produkte oder Dienstleistungen berichtet. Die Anzahl Deine Follower ist mit der Zeit gewachsen und plötzlich sind Unternehmen auf Dich aufmerksam geworden und bereit, Dir für Deine Tätigkeit Geld zu zahlen.

Ob im Zusammenhang mit diesen Einnahmen tatsächlich eine Steuer anfällt, richtet sich dabei nach den einzelnen Steuergesetzen. Relevant können dabei vor allem das Einkommensteuergesetz (EStG), das Gewerbesteuergesetz (GewStG) und das Umsatzsteuergesetz (UStG) sein.

Einkommensteuer

Entsprechend der §§ 1 und 2 des EStG sind Einnahmen aus einer Tätigkeit als Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber grundsätzlich einkommensteuerpflichtig.

In der Regel dürften die Einkünfte als Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber solche aus Gewerbebetrieb sein. Du musst dann bei deiner Gemeinde ein Gewerbe anmelden.

Trotz der journalistischen und künstlerischen Elemente in der Arbeit eines Influencers, Streamers, Bloggers, Podcasters oder YouTubers entstehen die Einnahmen kaum durch die bloße Veröffentlichung, sondern hauptsächlich durch die damit verbundene Werbung. Diese Tätigkeit ist generell „gewerblicher Natur“.

Ob letztlich dann Einkommensteuer anfällt, hängt von der Höhe Deiner Einnahmen und Deiner Ausgaben ab und natürlich auch davon, ob Du noch andere einkommensteuerpflichtige Einnahmen hast.

Erst wenn Deine Einkünfte, also die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben insgesamt den sogenannten Grundfreibetrag nach § 32a EStG (2018: EUR 9.000,00, 2019: EUR 9.168,00) überschreiten, fällt auch Einkommensteuer an.

Die augenfälligsten Einnahmen aus einer Tätigkeit als Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber bestehen z.B. aus gesponserten Beiträgen, Produktplatzierungen, Affiliate Links, weiteren Werbeeinnahmen oder aus „Spenden Deiner Follower“ (sowohl während Live-Streams als auch z.B. über „Patreon“, oder „Steady“).

Nicht ganz so offensichtlich ist, dass auch die präsentierten Produkte, die nicht wieder an die Werbepartner zurück gegeben werden müssen, sondern behalten werden dürfen, steuerpflichtige Einnahmen sind, es sei denn, der Werbepartner hat die Sach­leis­tun­gen bereits pauschal nach § 37b EStG besteuert oder es handelt sich um Streuartikel bis EUR 10,00.

Es empfiehlt sich sowohl für die ESt als auch für die USt gesonderte und detaillierte Aufzeichnungen über die erhaltenen und nicht zurückgegebenen Produkte zu führen.

Zu den häufigsten Ausgaben zählen neben den Kosten für die technische Ausstattung (Computer, Software, Kameraausrüstung, Telefon, Tablet), die Kosten für ein eventuell vorhandenes Arbeitszimmer und dessen Ausstattung, durch die Tätigkeit veranlasste Reisekosten, Eintrittsgelder für Messen oder andere Teilnahmegebühren für entsprechende Events.

Bei den Ausgaben für Wirtschaftsgüter, deren  Nutzungsdauer  mehr als ein Jahr beträgt (Anlagevermögen), können die Ausgaben nur zeitlich über die Nutzungsdauer verteilt berücksichtigt werden (Abschreibungen).

Bei den durch die Tätigkeit veranlassten Reisekosten empfiehlt sich eine detaillierte Dokumentation, insbesondere, wenn die Reise (teilweise) auch zu privaten Zwecken durchgeführt wird. Gegebenenfalls sollten die Kosten dann im Verhältnis der beruflichen und privaten Veranlassung aufgeteilt werden.

Gewerbesteuer

Handelt es sich bei den Einkünfte um solche aus Gewerbebetrieb, dann unterliegen diese auch der GewSt und es ist – egal ob dann GewSt tatsächlich anfällt oder nicht – eine GewSt-Erklärung abzugeben. Ausgangspunkt für die Ermittlung der GewSt sind die einkommensteuerlichen Einkünfte, die dann ggf. für gewerbesteuerliche Zwecke modifiziert werden.

Zu beachten ist, dass die Gewerbesteuer von den Gemeinden erhoben wird und jede Gemeinde grundsätzlich selber über sogenannten „Hebesätze“ deren Höhe festlegen kann. 

Bei hohen Einkünften kann es sich daher lohnen, in eine Gemeinde mit einem niedrigeren Hebesatz umzuziehen.

Natürliche Personen und Personengesellschaften (aber nicht Kapitalgesellschaften wie z.B. eine GmbH) können  bei der GewSt einen Freibetrag in Höhe EUR 24.500,00 in Anspruch nehmen.

Sollte dennoch GewSt bei natürlichen Personen anfallen, wird die GewSt z.T. nach § 35 EStG auf die ESt angerechnet, sodass es quasi zu keiner Doppelbelastung dieser Einkünfte kommt.

Umsatzsteuer

Die Tätigkeit als Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber wird i.d.R. selbständig ausgeübt, so dass die Personen als Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne zu qualifizieren sind gem. § 2 Abs. 1 UStG.

Die Umsätze unterliegen daher grundsätzlich der Umsatzsteuer.

Mangels einer Steuerbefreiung oder -begünstigung unterliegen die Umsätze eines Influencers, Streamers, Bloggers, Podcasters oder YouTubers dem „Regelsteuersatz“ von in Deutschland z.Zt. 19%.

Sofern der Umsatz im voran­ge­gan­ge­nen Jahr die Grenze von EUR 17.500,00 nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich EUR 50.000,00 nicht übersteigen wird, kann von der sogenannten Klein­unter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UStG Gebrauch gemacht werden. In diesem Fall wird für die Umsätze keine USt abgeführt. Im Gegenzug kann aber auch die in den Eingangsrechnungen enthaltene Vorsteuer nicht gezogen werden.

Im Einzelfall ist zu prüfen, ob eventuell ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung günstig ist.

Die Umsatzsteuerpflicht knüpft an die erbrachte Leistung, den Leistungsort und den Empfänger der Leistung an.

Der Regelfall dürfte sein, dass ein Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber seine Leistung an ein anderes Unternehmen erbringt. Dann fingiert das Umsatzsteuerrecht, dass die Leistung am Sitz des empfangenden Unternehmens erbracht worden wäre, obwohl der Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber bei sich zu Hause in seinem Arbeitszimmer die tatsächliche Arbeit erbracht hat.

Das führt dann im Einzelfall dazu, dass die gleiche Werbeleistung an ein im Ausland ansässiges Unternehmen (z.B. Google) im Ausland und an ein im Inland ansässiges Unternehmen im Inland zu versteuern ist.

Im ersten Fall müsste der Influencer, Streamer, Blogger, Podcaster oder YouTuber seine Rechnung an Google ohne USt erstellen  und auf die Umkehr der Steuerschuldnerschaft hinweisen, im anderen Fall müsste die Rechnung an das inländische Empfängerunternehmen mit deutscher USt ausgestellt werden.

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